Irgendwann jenseits der 40 trifft es so gut wie jeden: Buchstaben und Zahlen verschwimmen, Raten statt Lesen ist dann angesagt - bei den Preisetiketten im Supermarkt, den Abfahrtszeiten im Fahrplan oder der Speisekarte im Lieblingsrestaurant. In diesen Situationen erscheint die Fertiglesehilfe zum Discount-Preis als praktische Lösung. Optikermeister Clemens-August Wilken aus Lichtenau rät dennoch zur Vorsicht: "Wer sich ausschließlich auf den günstigen Notbehelf verlässt, riskiert müde Augen und Kopfschmerzen - und verschenkt viel Lebensqualität."
Der erste Eindruck ist positiv: Beim Blick durch die Fertiglesehilfe ist die Sicht klarer, die Buchstaben gewinnen Kontur, das Lesen fällt leichter. Doch der Schein trügt, weiß Clemens-August Wilken, Inhaber des Augenoptik-Fachgeschäftes Wilken in Lichtenau: "Jeder Mensch sieht anders. Die Gläser der Fertigbrillen sind nicht individuell auf den Träger angepasst - und falsch zentrierte Brillengläser können Beschwerden wie Schwindelgefühl, Unwohlsein oder Kopfschmerzen hervorrufen." Der individuelle Pupillenabstand der Augen wird bei dieser Art Brillen nicht berücksichtigt. Passen Augenabstand und Brillenglaszentrierung aber nicht perfekt zusammen, müssen die Augen lernen, etwas zu schielen. Das Sehen wird auf Dauer anstrengend. Fertigbrillen sind also allenfalls ein Notbehelf, für längeres Schmökern sind sie ungeeignet.
Die Alternative zu den Billigmodellen ist die maßgeschneiderte Lesebrille vom Fachmann. Sie wird passgenau für die Ansprüche des Trägers gefertigt und kann auch stärkere Fehlsichtigkeiten sowie Hornhautverkrümmungen ausgleichen. Nicht zuletzt sorgt die sorgfältig angepasste Fassung für ein angenehmes Tragegefühl.




